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Ensemble Leones
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ve 22.03.

bis

di 24.03.

"Cantigas de loor de Santa Maria" – Lobeslieder zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria

Marc Lewon

Burg Fürsteneck, Eiterfeld

Ensemblespielkurs im Rahmen der 19. Etappe für Alte Musik auf BURG FÜRSTENECK in Zusammenarbeit mit dem Ensemble  "Oni Wytars".

 

Link zur Veranstaltung und Ausschreibung.

 

Mittelalter-Ensemble für Sänger und Instrumentalisten
Leitung: Marc Lewon

Kurs für Sänger und Instrumentalisten: Mittelalterliche Trinklieder von Behim über Neidhart bis Oswald von WolkensteinMitte des 13. Jahrhunderts ließ Alfonso X von Kastilien, genannt der Weise („el Sabio“), eine Sammlung von über 400 Liedern zum Lobe der Heiligen Jungfrau anfertigen. Diese „Cantigas de Santa Maria“ sind in mehreren, teils wunderbar illuminierten Handschriften überliefert. Sie zeugen davon, dass die Kunst der Trobadors am Hof von Aragon seit dem 12. Jahrhundert tief verankert war, denn die Cantigas stehen in der Tradition dieser „Ars Trobar“, auch wenn sie nicht in der Sprache der Trobadors, dem Okzitanischen, sondern in der Literatursprache der iberischen Halbinsel, dem Galizisch-Portugiesischen, verfasst wurden. Der „Prologo“, das erste Lied der Sammlung, bestätigt diese Nähe, denn dort heißt es wörtlich: „Porque trobar é cousa“ – „Weil das „Finden“ (i.e. „Komponieren von Liedern“) eine Kunst ist ...“. Die einstimmigen Melodien und der Stil der Liedtexte sind mit denen der Trobadors vergleichbar, von denen sich einige auch in Spanien aufhielten. Der Pilgerweg nach Santiago de Compostela wird sein Übriges für Einflüsse von außen beigetragen haben. Eine Besonderheit der Sammlung ist die Form der meisten Cantigas, die an das französische Virelai (Form: AbbaA) erinnert. Ferner sind viele der Melodien – was ebenfalls außergewöhnlich ist – mit Rhythmus oder angedeutetem Rhythmus niedergeschrieben. Und zu guter Letzt enthält eine der Handschriften über 1200 Miniaturen, in denen die Wundergeschichten der Lieder in Bildern nacherzählt werden. Jede zehnte Cantiga ist jedoch eine „Cantiga de loor“, also eine reine Lobeshymne ohne Wundergeschichte, die stattdessen mit zeitgenössischen Instrumenten illuminiert wurde, was wichtige Hinweise auf mögliche Besetzungen liefert. Darunter befinden sich z.B. frühe Lauten (noch nahe am arabischen „al’Ud“), Fideln, Harfen, Drehleiern, zahlreiche Perkussions- und Blasinstrumente.

Dank der sorgfältigen Aufbereitung aller Cantigas in Faksimiles, Editionen, Textausgaben und einer englischen Übersetzung aller Liedtexte, sowie Hilfestellungen zur Aussprache, steht uns hervorragendes Material für eine Interpretation zur Verfügung. Der Kurs richtet sich an Sänger/innen und Instrumentalisten/innen v.a. der „leiseren“ Gattungen (Fideln, Lauten, Harfen, Flöten, Drehleier, etc.). Die „nichtsingenden“ Teilnehmer sollten über ein Instrument verfügen, das auf a = 440 Hz gut eingestimmt ist und das sie intonations- wie rhythmussicher beherrschen. Notenkenntnisse sind erforderlich. Es werden Noten zu einem Teil des Repertoires vor Beginn des Kurses zur Verfügung gestellt, so dass eine Vorbereitung möglich ist.

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